Modul 03 · Grundlagen
Das Datenmodell einer Lohnverrechnung
Was du danach weißt: Welche Datensätze ein Lohnverrechnungssystem hat,
wie sie zusammenhängen - und welche Entität du prüfen musst,
wenn ein Lohnzettel falsch ist.
Was du schon weißt
In deiner Arbeit kennst du all das bereits: Es gibt Mitarbeiter,
jeder hat einen Dienstvertrag, jeden Monat läuft eine Abrechnung,
am Ende kommt ein Lohnzettel mit einzelnen Abzügen heraus.
In Software heißen diese Dinge Entitäten
(englisch: entities) - also die verschiedenen
Arten von Datensätzen, die ein System speichert.
Ein Lohnverrechnungssystem wie P&I LogaHR hat nicht einen
großen Datensatz pro Mitarbeiter - es hat mehrere Entitäten,
die miteinander verknüpft sind. Das ist der Kern dieses Moduls.
Die fünf zentralen Entitäten
NamePetra Huber
SV-Nummer1234 010185
Geburtsdatum01.01.1985
Wer ist diese Person?
Ändert sich selten - nur bei Namensänderung oder Korrektur.
Bruttogehalt2.800 €
Ausmaß100 %
KollektivvertragHandel
Gültig ab01.03.2024
Zu welchen Bedingungen arbeitet sie?
Bei Gehaltserhöhung entsteht ein neuer Vertrag - der alte bleibt erhalten.
↓
+
Monat / JahrMai 2026
SV-Beitragssätze18,12 % AN
Lohnsteuertabelle2026
Für welchen Monat wird abgerechnet?
Enthält die aktuellen gesetzlichen Sätze - wird einmal pro Monat gestartet.
erzeugt pro Mitarbeiter →
Nettogehalt2.189,40 €
MitarbeiterinPetra Huber
LaufMai 2026
Das Berechnungsergebnis - der Lohnzettel.
Entsteht einmal pro Mitarbeiter pro Abrechnungslauf.
KV-Beitrag− 492,00 €
Lohnsteuer− 82,00 €
Wohnbauförderung− 14,00 €
Jeder einzelne Abzug als eigener Datensatz.
Mehrere Abzüge gehören zu einer Abrechnung.
Warum nicht alles in einem Datensatz?
Man könnte meinen: warum nicht einfach einen riesigen Datensatz pro Mitarbeiter?
Drei Gründe sprechen dagegen:
Gehaltserhöhung: Wenn Frau Hubers Gehalt steigt, darf der alte Vertrag nicht
überschrieben werden - vergangene Lohnzettel müssen immer reproduzierbar bleiben.
Deshalb bekommt sie einen neuen Dienstvertrag mit Gültigkeitsdatum, der alte bleibt im System.
Jahreswechsel: Die SV-Beitragssätze ändern sich jedes Jahr.
Der Abrechnungslauf trägt die Sätze für seinen Monat - so bleibt der Lohnzettel
von Jänner 2025 auch in drei Jahren noch korrekt rekonstruierbar.
Effizienz: 200 Mitarbeiter teilen sich einen Abrechnungslauf
für Mai - die gesetzlichen Sätze müssen nur einmal gespeichert werden, nicht 200-mal.
In deiner Arbeit bei P&I
Wenn ein Ticket eingeht - „Lohnzettel von Frau Huber ist falsch" -
weißt du jetzt, wo du zu suchen anfängst:
| Frage |
Entität |
Beispiel |
| Sind die Stammdaten korrekt? |
① Mitarbeiter |
SV-Nummer falsch eingetragen |
| Stimmen Gehalt / Ausmaß / KV? |
② Dienstvertrag |
Ausmaß 100 statt 50 - Teilzeit als Vollzeit |
| Stimmen die Beitragssätze für den Monat? |
③ Abrechnungslauf |
Lohnsteuertabelle 2025 statt 2026 aktiv |
| Ist die Berechnung an sich falsch? |
Engine-Problem |
Logikfehler im Code - für Entwickler |
Die ersten drei Fragen kannst du selbst beantworten - dafür brauchst du keinen Entwickler.
Erst wenn alle drei stimmen und das Ergebnis trotzdem falsch ist,
ist es ein Engine-Problem. Das ist ein wichtiger Unterschied im Alltag.
Denke mal nach:
Frau Huber bekommt im Juli eine Gehaltserhöhung von 2.800 € auf 3.100 €.
Welche Entität ändert sich? Was passiert mit den Lohnzetteln von Jänner bis Juni -
bleiben sie gleich, oder werden sie neu berechnet?