Du kannst jetzt Datenprobleme von Berechnungsfehlern unterscheiden, JSON in einem Fehlerlog lesen, die richtige Entität suchen und Regelkonfigurationen auf Plausibilität prüfen. Das ist die Hälfte der Arbeit. Die andere Hälfte: wenn etwas fehlt oder falsch gebaut wurde, musst du es so beschreiben können, dass ein Entwickler versteht was gebraucht wird.
Das Format heißt Given / When / Then — es ist in der Softwareentwicklung der Standard für Akzeptanzkriterien (englisch: acceptance criteria), also die Bedingungen unter denen eine Funktion als „fertig und korrekt" gilt.
Given beschreibt die Ausgangssituation — die Daten, die im System stehen. When beschreibt den Auslöser — was passiert oder gestartet wird. Then beschreibt das erwartete Ergebnis — konkret, messbar.
Entwickler kennen den Standardfall. Was sie nicht wissen: alle Ausnahmen, die in der Personalverrechnung selbstverständlich sind. Diese Ausnahmen heißen Edge Cases (deutsch: Sonderfälle, Grenzfälle) — und jeder Edge Case der nicht aufgeschrieben wird, wird meist nicht gebaut.
Für jeden dieser Fälle schreibst du ein eigenes Given/When/Then. Das ist kein Mehraufwand — das ist dein Fachwissen in einer Form, die ein Entwickler direkt umsetzen und ein Tester direkt prüfen kann.
| Situation | Was du schreibst |
|---|---|
| Kunde meldet: „Teilmonatseintritt wird falsch berechnet" | Given/When/Then für den konkreten Fall — mit echten Zahlen aus dem Ticket |
| Neues Feature soll gebaut werden | Mindestens 1 Standardfall + alle Edge Cases die du kennst |
| Entwickler fragt: „Wie soll das bei Schaltjahr funktionieren?" | Given: Februar hat 29 Tage / When: … / Then: Tagessatz = Brutto ÷ 29 |
Du musst nicht wissen, wie der Entwickler es umsetzt. Du musst wissen, was das richtige Ergebnis ist — und das weißt du bereits. Given/When/Then ist nur die Form, in der du es aufschreibst.
Nach diesen fünf Modulen kannst du Datenprobleme benennen, Logs lesen, Entitäten zuordnen, Regelkonfigurationen prüfen und Anforderungen formulieren. Das ist das Handwerkszeug für deine Rolle bei P&I.
Denke mal nach: Welcher Sonderfall aus deiner Erfahrung in der Personalverrechnung hat dich selbst überrascht — etwas das du erst durch einen Fehler oder eine Rückfrage gelernt hast? Wie würdest du ihn als Given/When/Then aufschreiben?
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